St. Wolfgang, Pupping

St. Wolfgang, kath.

Pupping 4
Pfarramt Tel. 07272/58 96
Gottesdienst Sonntags 9.30 Uhr

Foto der Wolfgangskirche in Pupping


Baugeschichte:

Über den Ort und die Kirche zu Pupping berichtet die Biographie des Heiligen Wolfgang von Regensburg:

Im Jahre 994 begab sich der Heilige Wolfgang auf eine Donaufahrt, die ihn zu den Regensburger Besitzungen in Österreich bringen sollte. Im Eferdinger Becken angekommen, fühlte Wolfgang sein Lebensende nahen. Er ließ sich in die St. Othmar-Kapelle zu "Pupping" bringen und starb dort am 31. Oktober 994 im Alter von 70 Jahren. Der Leichnam des Heiligen wurde nach Regensburg übergeführt und dort beigesetzt. Herz und Eingeweide des Heiligen sollen in der St. Othmar-Kapelle in Pupping bestattet worden sein, an deren Stelle später die Wolfgangskirche erbaut worden ist.

Die Kirche von Pupping scheint mehrfach in alten Urbaren auf. Von Johann von Schaunburg (gestorben 1453) und dessen Gemahlin Anna wurde diese Kirche als Begräbnisstätte gewählt. 1477 wurde die Stiftungsurkunde für ein Franziskanerkloster ausgestellt. Stifter des Klosters waren die Brüder Ulrich, Sigmund und Wolfgang und ihr Vater Georg, Grafen von Schaunburg. 1481 wurde der Klosterbau vollendet und 1490 Klosterkirche und Kloster geweiht.

In der Reformation kam eine Notzeit über die Mönche. 1565 vertrieb die protestantische Witwe des letzten Schaunburgers die Franziskaner aus Pupping. Im Jahre 1621 wurden die Mönche wieder zurückgebracht. Als die aufständischen Bauern 1626 das Eferdinger Becken durchzogen, wurden die Franziskaner abermals vertrieben und das Kloster geplündert.

Den Ordensbrüdern drohte man, sie alle vor dem Kloster aufzuhängen. So verließen die Brüder wohl ungern das Kloster, kehrten aber nach Unterdrückung des Aufstandes im November wieder zurück. Ein Nachsturm des Bauernkrieges vom 16. August 1632 brachte keinen Schaden mehr; die Aufständischen konnten vom Guardian durch gute Worte, Speise und Trank besänftigt werden. 1786 wurde das Kloster ein Opfer des Klostersturmes unter Kaiser Joseph II. Es wurde fast vollständig ausgeräumt, die Franziskaner mussten abziehen. Nach mehrfachen Verkäufen wurden Kirche und Kloster im Jahre 1801 bis auf den Grund niedergerissen.

Die Wiedererrichtung ist zwei Weltpriestern, dem Kirchenhistoriker Johann Lamprecht und Karl Kettl, zu verdanken. Sie haben sich um den Ankauf der Grundstücke des ehemaligen Klosterbesitzes bemüht und 1874 den Grundstein für einen Neubau gelegt. Am 15. Oktober 1879 wurde die neue Kirche durch Bischof Franz Josef Rudigier eingeweiht und nach einer Erweiterung in den folgenden Jahren nochmals am 29. Mai 1893 von Bischof Franz Maria Doppelbauer geweiht. 1885 wurde das Noviziat der Franziskaner der Nordtiroler Ordensprovinz nach Pupping verlegt und verblieb dort mit kurzer Unterbrechung bis 1961.

Als man 1894 im Langhaus der Kirche eine Grabung anstellte, fand man in ca. 3 m Tiefe eine kleine Gruft; eine kupferne Kapsel mit dem Herzen des Heiligen Wolfgang fand sich aber nicht. Sie soll angeblich zur Zeit der Klosteraufhebung hinter einem Seitenaltar in Harkirchen beigesetzt worden sein. Im selben Jahr sollen an der 900- Jahr-Feier des Todes des Heiligen Wolfgang 30.000 Gläubige teilgenommen haben.

Aus Mangel an Priestern und Ordensleuten mussten die Franziskaner ihr Kloster in Pupping aufgeben. An ihrer Stelle wurde am 31. Oktober 1968 eine Niederlassung der Klarissen gegründet. Kaplanei und Kloster werden aber weiterhin von einem Franziskaner seelsorglich betreut.

Die Kirche selbst ist ein neuromanischer Bau. Die künstlerisch bedeutungslose Einrichtung wurde im Zuge der Renovierung 1973 weithin entfernt.


Altar der Wolfgangskirche Foto vom Altar der Wolfgangskirche


Die Glasfenster
mit der Legende des heiligen Wolfgang
in der Wolfgangskirche
Foto der Glasfenster in der Wolfgangskirche

Das Kirchenfenster zeigt im oberen Drittel Wolfgangs Priesterweihe, im mittleren die Ungarnmission Wolfgangs und im unteren Drittel die Puppinger Sterbeszene des heiligen Wolfgang.


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