St. Michael, Bamberg


St. Michael, kath.

Bamberg, Michelsberg
Gottesdienst sonntags 10.00 Uhr

Foto von St. Michael in Bamberg

Baugeschichte:

Das Benediktinerkloster St. Michael wurde 1015 auf Anregung Kaiser Heinrichs II. von Bischof Eberhard, dem ersten Bischof des 1007 gegründeten Bistums Bamberg, gestiftet. Für die reichliche Ausstattung sorgte der Kaiser selbst. Die erste Kirche fiel vermutlich 1117 einem Erdbeben zum Opfer. Unter Bischof Otto I. (1102 bis 1139) entstand ein Neubau, der 1121 eingeweiht werden konnte. Dieser wurde 1610 ein Opfer der Flammen. Dabei wurde er so stark zerstört, dass Langhaus und Westbau so gut wie neu errichtet werden mussten.

Ende des 17. Jahrhunderts wurde unter Abt Christoph Ernst mit einem Neubau der Abtei- und Konventsgebäude begonnen. Die Arbeiten wurden von dem Hofbaumeister Leonhard Dientzenhofer durchgeführt und konnten 1712 abgeschlossen werden. Der gleiche Architekt war es auch, der der Kirche die heutige Barockfassade vorblendete. Im Laufe des 18. Jahrhunderts erhielten Kirche und Kloster ergänzende Anlagen und Bauten, so die breite Freitreppe, die Sakristei und die Marienkapelle zu beiden Seiten des Chors und ein Kanzleibau südlich des Gotteshauses. Ab 1739 wurden die Hofgebäude nach Plänen Balthasar Neumanns neu erbaut. Die Klostergärten wurden unter Abt Ludwig Dietz ( 1759) und seinem Nachfolger, Abt Gallus Brockard ( 1799) angelegt. Im Zuge der Säkularisation wurde die Benediktinerabtei St. Michael aufgehoben und die Anlage als Bürgerspital eingerichtet.

Die Klosterkirche St. Michael ist eine kreuzförmige Pfeilerbasilika. Nach Osten wird sie von einer dreiseitigen Chorapsis abgeschlossen. Die Plätze der ehemaligen Nebenchöre nehmen seit 1725 im Norden die Sakristei mit dem Winterchor und im Süden die Marienkapelle mit dem darüberliegenden Archiv ein. Die Langhausfenster sind mit nachgotischem Maßwerk versehen. Nachgotische Formen weisen auch die beiden Westtürme auf. Die Fassade hingegen präsentiert sich in barocken Formen. Über dem Portal sind das Doppelwappen des Konvents und des Abts Christoph Ernst von Guttenberg und darüber das von Bischof Lothar Franz von Schönborn zu sehen. Die Figuren im unteren Geschoss stellen die Heiligen Heinrich II. und Kunigunde dar. Im Obergeschoss erkennt man eine Muttergottes und die Heiligen Benedikt und Otto.

Das Innere des Gotteshauses betritt man über die breite von Leonhard Dientzenhofer geschaffene Freitreppe. Die Sandsteinfiguren an der Balustradenbrüstung repräsentieren den Schutzengel und den Erzengel Tobias sowie die Apostelfürsten Petrus und Paulus. Innen macht die Michaelskirche mit ihren sieben Arkaden einen romanischen Eindruck. Das Langhaus wird von einem Netzgewölbe, Vorchor und Querhaus von einem Kreuzrippengewölbe überspannt. Das Chorgewölbe ist mit einer gotisierenden Sternfiguration verziert. Beim Blick nach oben wird der Besucher sofort von einer einzigartigen Deckenmalerei angezogen. Das ganze Gewölbe im Langhaus und Querhaus schmückt ein Paradiesgarten aus dem frühen 17. Jahrhundert, ein aus mehr als 570 Einzelpflanzen bestehendes Herbarium. Die Genauigkeit geht bis ins Detail und zeugt von den hervorragenden botanischen Kenntnissen der damaligen Zeit. Die Stirnseiten des Querhauses werden von stuckierten Emporen eingenommen.

Im Boden des Hochchores befindet sich das Grab des hl. Bischofs Otto I. Das Grab ist verbunden mit einem Altar und einem Reliquienschrein mit Mitra, Messgewand und Stab des Heiligen Otto und zeigt somit die klassischen drei Teile eines Heiligengrabs. Das Hochaltarblatt hat den Ratschluss der Erlösung zum Inhalt. Zu erkennen sind Darstellungen der hl. Dreifaltigkeit, der Immaculata (Unbefleckte Empfängnis) als Himmelskönigin und des Erzengels Michael, der die abtrünnigen Engel niederwirft. Das Altarprogramm der Kirche wird durch sechs Pfeileraltäre vervollständigt.

St. Michael hat eine der schönsten Kanzeln Frankens, eine Kombination von Nussbaumholz und Gold. Dargestellt ist der Erzengel Michael, der mit dem Flammenschwert den ungehorsamen Engel Luzifer stürzt. Auf dem Schalldeckel sitzen die vier Kirchenväter Ambrosius, Augustinus, Hieronymus und Gregor. Den Kanzelkorb umgeben die vier Evangelisten mit ihren Symbolen.

In den Seitenschiffen befindet sich heute eine große Anzahl von Gräbern Bamberger Bischöfe, die 1838 im Zuge der Stilreinigung aus dem Dom hierher versetzt wurden. Unter ihnen befinden sich einige bedeutende Kunstwerke. Von der weiteren Ausstattung verdienen das Chorgestühl mit seinen reichen Intarsien, Rocailledekorationen und Bildaufsätzen sowie mehrere Figuren, darunter der Schmerzensmann an der Sakristeitür aus dem 14. Jahrhundert Beachtung.

Quelle: http://burgen.strasse-online.de

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